Finanzkrise: erklärt für den normalen Bürger

Die derzeitige weltweite Finanzkrise ist auch bei vielen Menschen ein Diskussions-Thema, die in wirtschaftlichen Angelegenheiten nicht so bewandert sind und sich normalerweise für das Thema Wirtschaft oder Börse überhaupt nicht interessieren.

Auch ich unterhielt mit gestern abends mit einigen Freunden in der Kneipe und merkte schnell, dass zwar jeder dazu was zu sagen hat, aber den Ursprung des Übels in keinster Weise auch nur annähernd erkannt wird. Geschimpft wir über Politiker und große Unternehmen, deren Aufsichträte und die unangemessenen Gehälter die diese erhalten.

Aber wie kam es denn nun zu dieser weltweiten Finanzkrise?

Eigentlich kann man es „fast“ mit zwei Schlagworten beantworten werden: Hypotheken und Kredite!

Die Überschuldung des Bürger ist im Laufe der letzten Jahre auf ein Maß angestiegen, das es wirklich gefährlich wurde. Jeder will sich einen möglichst hohen Lebensstandart sichern. Dazu gehören das eigene Haus, ein Auto, Urlaub und viele Konsumgüter (z.B. Flachbildfernseher), die das Leben angenehmer machen. Ob nun Geld vorhanden ist oder nicht, es wird eben auf Kredit gekauft. Die Verlockung der niedrigen Zinsen der letzten Jahre hatten dazu beigetragen, das zu viele Kredite von den Banken vermittelt wurden.

Nachdem, speziell in den USA, die Zinsen wieder angestiegen waren, konnten viele der Bürger ihren Verbindlichkeiten bei den Banken nicht mehr nachkommen, was dazu führte, dass Kreditinstitute selbst in Schieflage gerieten.

Auch Banken sind wirtschaftlich geführte Unternehmen und sollten mehr einnehmen als ausgeben. Können Tausende von Kreditnehmern ihre Kredite für das Haus nicht mehr zurückzahlen, kommen auch die Banken in Zahlungsschwierigkeiten und müssen viele ausgegebene Kredite abschreiben. Was gezwungener Weise dann dazu führt, dass eine Privatbank pleite gehen kann.

Passiert ist dies der amerikanischen Bank „Lehmann Brothers“ sowie der deutschen „Hypo Real Estate“. Durch den Verlust der Rückzahlungen von Krediten der Bürger sind die Banken nicht mehr liquide (zahlungsfähig) und damit sind auch die Spareinlagen (diverse Formen von Zertifikaten) in höchstem Maß gefährdet. Dass viele dieser Spareinlagen zum jetzigen Zeitpunkt „pfutsch“ sind, ist bereits Tatsache.

Wie geht es weiter?

Bis vor Kurzen hatten sich die Kreditinstitute untereinander ausgeholfen. Durch die derzeitige außergewöhnliche Lage ist jedoch das Vertrauen der Banken untereinander verloren gegangen. Keiner der Banken traut der anderen noch, ob diese nicht selber in einer Schieflage steckt, dies jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht öffentlich macht. Viele Staaten haben deshalb den angeschlagenen Banken mit Milliarden-Beträgen bereits unter die Arme gegriffen um eine größere Katastrophe zu vermeiden. Auch wurden die Leitzinsen der Notenbank für neue Kredite gesenkt – nur ist leider das Vertauen dermaßen zerstört, dass diese Maßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht greifen.

Fazit: Bleibt zu hoffen, dass wir nicht in eine weltweite Rezession stürzen, und damit für viele Bürger der Lebensstandart der letzten Jahrzehnte nicht mehr zu halten ist.

Update: Eine sehr fachmännsiche und ausführliche Analyse mit häufig gestellten Fragen habe ich bei zoon politikon entdeckt!

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